Warum viele Jungvögel sterben
Hinweis von Kerstin Zöller, wildvogel-rettung.de
„Ich habe es sooo satt!“, sagt Kerstin Zöller von der Wildvogelhilfe.
Seit Jahren beobachtet sie, dass immer mehr aus dem Nest gefallene
Vogelküken sterben, nachdem sie von Menschen gut gemeint,
aber falsch gefüttert wurden – meist mit
Erdnussbruch oder Sonnenblumenkernen.
Die Küken werden am Boden gefunden und in die Auffangstation gebracht.
Dort zeigt sich häufig das gleiche Bild: Die Jungvögel betteln noch und
nehmen Futter an, haben aber bereits stark aufgeblähte Bäuche.
Untersuchungen zeigen dann, dass sie an
unverdaulichen Fettfutterresten verendet sind.
Wichtig: Bitte im Sommer kein Fettfutter auslegen!
Dazu gehören Meisenknödel, Erdnüsse oder Sonnenblumenkerne.
Vogelküken – etwa von Meisen – werden von ihren Eltern
ausschließlich mit frischen Insekten gefüttert.
Pflanzliche Nahrung oder Fettfutter können sie
nicht verdauen. Gelangen solche Futterbestandteile in die
Küken, endet das oft tödlich.
Viele Menschen glauben, die Altvögel würden ungeeignetes Futter einfach
nicht an ihre Jungen weitergeben. Leider stimmt das nicht immer:
Elternvögel verfüttern teils auch das angebotene Futter –
mit fatalen Folgen für den Nachwuchs.
Kerstin Zöller appelliert daher eindringlich an alle Vogelfreunde:
„Bitte hört auf, im Sommer Fettfutter anzubieten.“
Was gut gemeint ist, kann für Jungvögel lebensgefährlich sein.
Infos über Insekten
Wir Kleingärtner – ebenso wie Obstbauern – profitieren jedes Jahr von
Bestäubern wie Bienen, Schmetterlingen und Schwebfliegen.
Ohne sie gäbe es viele Obst- und Gemüseernten nicht.
Umso alarmierender ist, dass laut Untersuchungen des
Entomologischen Vereins Krefeld in Teilen Deutschlands
bereits bis zu 80 % der Fluginsekten verschwunden sind.
Insekten sterben leise
Ehrenamtliche Forschende sammelten zwischen 1989 und 2014 an
88 Standorten Fluginsekten und bestimmten deren Masse.
Während 1995 noch etwa 1,6 kg Insekten pro Falle erfasst wurden,
waren es 20 Jahre später nur noch rund 300 g.
Besonders betroffen sind Schmetterlinge, Wildbienen und Schwebfliegen –
und dieser Rückgang zeigt sich bundesweit.
Ursachen sind vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft,
der Klimawandel und globale Handelsströme,
durch die neue Arten Lebensräume verändern.
Kleingärten – eine Arche Noah
Während die Artenvielfalt in der freien Landschaft abnimmt,
wächst sie in Städten – besonders in Kleingärten.
Sie bilden vernetzte Lebensräume mit Blühpflanzen,
Stauden und Sommerblumen als Nahrung von Frühling bis Herbst.
Wilde Ecken, Totholz und Mulch bieten zudem Unterschlupf und Brutplätze.
„Unsere Gärten bieten ein enormes Potenzial und sind das Gegenstück
zur industriellen Landwirtschaft und zu sterilen Schottergärten.“
Thomas Kleinworth, Landesverband Schleswig-Holstein der Gartenfreunde
Naturnahes Gärtnern wird immer wichtiger
Untersuchungen in Hamburger Kleingärten zeigen:
Für viele Gärtner steht Natur- und Umweltschutz
an erster Stelle – noch vor Gesundheit und Erholung.
Naturnahe Praxis ist weit verbreitet:
- 97 % nutzen Regenwasser zur Bewässerung
- 96 % kompostieren Gartenabfälle
- 54 % bauen Obst und Gemüse biologisch an
- über 80 % verzichten auf chemische Schädlingsbekämpfung
Fachberatung und Umweltbildung in den Vereinen fördern diese Entwicklung.
Heute gilt: Kleingärten sind doppelt wertvoll –
für gesunde Ernährung und für den Insektenschutz.
Denn ohne Insekten keine Bestäubung und keine Früchte
(bei rund 70 % unserer Obst- und Gemüsearten).
Bienen im Kleingarten
Beim Bienenschutz herrscht große Einigkeit:
Honig- und Wildbienen gehören in Kleingärten,
da sie unverzichtbare Bestäubungsarbeit leisten.
Imker sind in vielen Anlagen willkommen,
oft ist Bienenhaltung sogar in der Gartenordnung geregelt.
Gut zu wissen:
Bienen wollen Nektar und Pollen sammeln – nicht stechen.
Sie greifen nur an, wenn sie sich bedroht fühlen.
Wichtig ist eine verantwortungsvolle Haltung:
Bienenvölker müssen beim Veterinäramt gemeldet werden
und regelmäßig auf Krankheiten kontrolliert werden.
Fachwissen und Austausch in Imkervereinen helfen dabei.
Zusammenleben von Gärtnern und Imkern
Erfahrungen aus Kleingartenanlagen zeigen:
Bienenstände werden von Nachbarn meist positiv aufgenommen.
Mit geeigneter Standortwahl, Hecken oder Rankhilfen
lassen sich Flugwege gut lenken und Konflikte vermeiden.
Kleingärten bieten damit ideale Bedingungen:
Blütenvielfalt, kurze Wege und geschützte Standorte.
Gleichzeitig profitieren Gärtner von besseren Erträgen
und einer lebendigen Natur im Garten.
Quelle: BDG – Der Fachberater, Ausgabe 2